Archiv für Februar 2010

DD vs. HH: Ein kurzer Bombenopfer-Diskurs

oder auch: Techno vs. Faschismus…

Irgendwie interessant: Nach zwölf Jahren fällt vielen Menschen in Dresden erstmals für viele andere wahrnehmbar auf, dass Nazis ja eigentlich doch nicht so prall sind und man sich durch diese irgendwie ja auch mißbraucht fühlt. Die Jahre zuvor, auch bereits im real gescheiterten Staatssozialismus, wurde noch amtlich herumgeopfert und mit herbeihalluzinierten Totenzahlen der ‚Untergang‘ der ‚unschuldigen Stadt‘ beweint. Aber dennoch erfreulich, dass nach 65 Jahren langsam ein Umdenken einzusetzen scheint.

Wie Umgang mit der eigenen Geschichte auch aussehen kann, besser ausgedrückt vielleicht sogar sollte, zeigte das Hamburger Technolabel Dial bereits 2003:

Hamburgerberg

Punktgenau am 58. Jahrestag der Bombardierung Dresdens, am 13. Februar 2003, wurde dort die 12″-Single „Hamburgerberg – Antifaschistische Aktion“ u.a. mit dem Track „Feuer und Flamme für Hamburg“ als Erinnerung an die Operation Gomorrha veröffentlicht.

Und ein gewisser politischer Kontext kann hierbei nicht ausgeschlossen werden, wie folgender Auszug aus einem Interview im De.Bug-Magazin mit einem der Dial-Macher nahelegt:

Debug:
Wie kam Politik mit ins Spiel? Dial steht ja für eine beiläufig selbstverständliche Konvergenz aus House, Techno, Kunst und einer bestimmten Politik. Wie hat sich für dich diese Mischung etabliert?
Pete:
Wenn man ein Label macht, hat man ja nicht nur den akustischen Raum zur Verfügung, sondern auch einen öffentlichen Raum, den man auf Coverartworks und Soliparties mit politischen Botschaften füllen kann. Dieses Polit-Ding finden wir als Dial spannend, weil die elektronische Musikszene weitgehend unpolitisiert ist. Da kann man noch Basisarbeit leisten.

Das ganze Interview findet sich übrigens hier.

41%: „Sink The Bismarck“

Sink The Bismarck

Folgende bemerkenswerte Meldung findet sich zur Zeit auf dem seriösen Antifa-Nachrichtenportal GMX Essen & Genießen: „Dieses Bier hat es in sich: „Sink The Bismarck“ hat 41 Prozent Alkohol – so viel wie kein anderer Gerstensaft auf dieser Welt.“

Folgendes Videomaterial ist danach der PR-Abteilung der BAT/AABNull zugespielt worden:

Sink the Bismarck! from BrewDog on Vimeo.

Verantwortlich für dieses Brauerzeugnis zeichnet die Micro-Brauerei „Brewdog“ aus dem schottischen Fraserburgh und wirft damit vor allem die Frage auf, welche Antifagruppe von sich als erste behaupten können wird, sich damit politisch korrekt abgefüllt zu haben?

Wer ist John?